Strassenbau Glienicke muss auf geplante Verkehrsentlastung verzichten
POTSDAM / GROSS GLIENICKE - Nach Plänen der Stadt soll Groß Glienicke keine Ortsumgehung bekommen. Das geht aus einem Entwurf des Flächennutzungsplans hervor, den Stadtplaner Erik Wolfram auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung in Groß Glienicke präsentierte. Demnach wird der Verkehr nach Spandau weiterhin über die Bundesstraße 2 durch den Ort geführt, statt über die Landesstraße 20 und eine Trasse entlang der Waldsiedlung.
Hintergrund sind Probleme bei der Finanzierung. Die Pläne für die Umgehung stammen aus der Zeit, als Groß Glienicke noch eigenständig war. Nach der Eingemeindung im Jahr 2003 wurde das Finanzierungskonzept hinfällig. Es sah vor, dass das Berliner Wohnungsunternehmen Gewobag als Eigentümer des ehemaligen Militärgrundstücks, über das die Umgehung laufen sollte, einen Teil beitragen sollte. Den anderen sollte die damalige Gemeinde Groß Glienicke tragen, die es so nicht mehr gibt. Und die Stadt Potsdam zahlt nichts. Das Problem wäre umgangen worden, hätte Groß Glienicke rechtzeitig Mittel aus dem Bundesverkehrswegeplan beantragt. Mit dessen Beschluss durch die Bundesregierung im Jahr 2003 ist aber die Frist dafür verstrichen.
Die Mitglieder des Ortsbeirats reagierten konsterniert auf die Nachricht aus der Stadtverwaltung. Franz Blaser bezeichnete es als „Bestechungsversuch“, dass die Stadt die Gelder der Gewobag, die für das Projekt bereits eingeplant waren, statt für die Umgehung in andere Groß Glienicker Straßenbauprojekte stecken will. Ortsvorsteher Peter Kaminski sagte, dass der Bebauungsplan auf die Umgehung ausgerichtet sei. Andreas Menzel sagte, er sei „baff“, dass die damaligen Pläne nicht umgesetzt wurden.
Ein Beschluss des Ortsbeirats soll nun die Stadtverordneten dazu bewegen, den Flächennutzungsplan zurückzunehmen und die Ortsumgehung wieder einzuplanen. (Von Christoph Seyfert)
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