907 Unterschriften für Einigung
POTSDAM / GROSS GLIENICKE - Im Streit um den Uferweg in Groß Glienicke setzen sich immer stärker die Verfechter eines Kompromisses durch. Dieter Dargies von der Bürgerinitiative „Freier Uferweg“ übergab dem Oberbürgermeister gestern 907 Unterschriften mit der Forderung, den Konflikt im Einvernehmen mit den Eigentümern der Seegrundstücke beizulegen. Notfalls sollten durch Veränderungen des Bebauungsplans die Voraussetzungen geschaffen werden, damit Eigentümer ihre Uferstreifen privat nutzen können, wenn der Weg weiter über ihre Parzellen führt.
Die Vertreter der „harten Linie“ um den Grünen-Stadtverordneten Andreas Menzel sind inzwischen im Ortsbeirat – bis auf Menzel selbst – nicht mehr vertreten. Dessen Bürgerinitiative „Freies Ufer“ fordert, die Ufergrundstücke komplett öffentlich zu nutzen, dies gerichtlich und notfalls per Enteignung durchzusetzen. Sie verweist auf mehr als 100 Unterschriften.
Die Rathausspitze vertritt die Kompromissvariante. Oberbürgermeister Jann Jakobs begrüßte die Unterschriftensammlung von Dargies. Nach dessen Angaben haben 80 Prozent der angesprochenen Groß Glienicker unterschrieben. Jakobs kündigte B-Planänderungen an, für die der Aufstellungsbeschluss im Oktober getroffen werden soll. Dazu werde über die geltende Satzung eine „zweite Schicht“ gezogen. Er werde bis September ein umfängliches externes Rechtsgutachten einholen um auszuschließen, dass der Bebauungsplan rechtlich angreifbar wird, sagte Jakobs. Laut Rechtsdezernent Burkhard Exner tritt der alte Plan in Kraft, falls der neue erfolgreich angefochten werden sollte.V.Kl.
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