Wegekonflikt Mauerradler kommen / Streit um Unterschriften
POTSDAM / GROSS GLIENICKE - Andreas Menzel mag es militärisch. Der bündnsigrüne Organisator der Groß Glienicker Montagsdemonstrationen und der Bürgerinitiative „Freies Ufer“ erwartet die „Kavallerie aus Brüssel“. Er spricht von „Uferkrieg“. Unter Leitung ihres EU-Parlamentsmitglieds Michael Cramer laden die Grünen zur Radtour „Mauerstreifzüge“ ein. „Mal sehen was passiert, wenn 100 Radfahrer den Mauerweg fahren wollen und die Polizei dies verhindert“, sagt Menzel. Der Streifzug startet morgen, 14 Uhr, an der Tramhaltestelle „Buga-Park“ und führt über Groß Glienicke nach Staaken.
Menzel attackierte gestern Dieter Dargies von der konkurrierenden Bürgerinitiative „Freier Uferweg“. Der habe das Ergebnis einer Unterschriftenaktion unzulässig interpretiert. Dargies hatte im Hauptausschuss 907 Unterschriften übergeben und gesagt, die Bürger hätten für einen Kompromiss unterschrieben, der den Grundstückseigentümern am Groß Glienicker See die private Nutzung des Uferstreifens einräumt. Menzel verweist darauf, dass im Begleittext der Umfrage weder von „Kompromiss“ noch von „privater Nutzung“ des Ufers die Rede ist. Tatsächlich fordern die Bürger per Unterschrift Verwaltung und Anlieger nur auf, einen „rechtsgültigen Vertrag“ abzuschließen, der einen „dauerhaft freien Uferweg garantiert“.
Oberbürgermeister Jann Jakobs nahm Dargies Auftritt zum Anlass, einen geänderten Ufer-Bebauungsplan für das Jahr 2013 in Aussicht zu stellen. Der Plan soll Eigentümern am See private Nutzungen des Ufers erlauben, wenn sie zugleich den öffentlichen Weg über ihr Grundstück freigeben. Menzel erhielt als Gegner der Aufweichung des jetzigen Plans kein Rederecht. Er sprach von „Inszenierung“. (Von Volkmar Klein)
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