Ricarda Nowak über rigorose Forderungen als Anstoß für die Suche nach Kompromissen
Eine „Kavallerie“, wie es der bündnisgrüne Stadtverordnete Andreas Menzel vollmundig angedroht hatte, rückte nicht gerade nach Groß Glienicke aus, um die Uferwegsperren niederzureiten. Es blieb bei verbalem Protest.
Die Demonstranten skandierten ihre der Historie entlehnte Forderung „Die Mauer muss weg!“ Auf Rangeleien wie zu Beginn von Sperrungen und Demonstrationen aber konnte bei apathisch machenden Temperaturen getrost verzichtet werden. Die Mauerradtour ging in Groß Glienicke eben auf der Straße statt auf dem ehemaligen Postenweg weiter. Weiter geht auch der Streit zwischen Ortsbeirat und der Menzelschen Bürgerinitiative „Freies Ufer“, die sich strikt gegen Kompromisse wendet. Wasser auf die Enteignungsmühlen der als Hardliner geltenden Initiative goss am Sonnabend der radelnde Grünen-Europaparlamentarier Michael Cramer. Selbst in Bayern, das als Hort sozialistischer Ideen gänzlich unverdächtig ist, sind Ufergrundstücksbesitzer zum Wohl der Allgemeinheit enteignet worden. Selbstredend gegen Entschädigung. Wo sich gar nichts mehr bewegt, siehe Griebnitzsee, kann Enteignung ein durchaus probates Mittel sein. In Groß Glienicke aber sollte der Uferstreit noch auf dem sanfteren Verhandlungsweg zu lösen sein.
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